Ausgangssituation

Marienapotheke Perchtoldsdorf

Mit der Übernahme der Marienapotheke am Ortsrand von Perchtoldsdorf im Jahr 2012 erweiterten Gabriele und Wolfgang Stindl jun. das klassische Apothekenangebot um individuell hergestellte Produkte nach eigenen Rezepturen und eine Palette von Serviceleistungen. Ziel war, die eigene Philosophie sichtbar zu machen und die knappen räumlichen Ressourcen optimal zu nutzen. Dass es dazu mehr bedurfte als des Austauschs des 30 Jahre alten Inventars, war klar. Die Marienapotheke sollte ein Ort werden, an dem sich Kunden wohlfühlen, sich kompetent beraten und gut aufgehoben wissen. In welche Richtung man gehen und wie man sich positionieren sollte, war hingegen unklar.

Konzept und Umsetzung

Wir sahen die Qualität der Marienapotheke im Crossover von jahrhundertealtem Wissen und modernster Pharmazie.

Unser Gesamtkonzept kommuniziert das breite Spektrum unübersehbar von innen nach außen. Und schafft mit Raumgestaltung, Branding und Packaging jene Eigenständigkeit, die die Marienapotheke zum Gesundheits-Kompetenzzentrum einer neuen Generation macht.

RESULTATE

Wie so oft sind es viele Einzelmaßnahmen, die in Summe zum Erfolg führen. In der Marienapotheke verschränken sich besonderer Service, das eigenständige Sortiment und das Raumdesign zu jener speziellen Atmosphäre, die Kunden und Mitarbeitern seit der Neugestaltung so positiv auffällt.

Die neuen Holzrahmen der Fassade geben einen ersten Eindruck von der Philosophie. Damit wurden nicht nur die schwierigen baulichen Gegebenheiten optimal bewältigt, sondern zugleich den großen Glasflächen optischer Halt gegeben. Dank der so entstandenen Transparenz wirkt der Verkaufsraum fast wie eine Bühne, die sich permanent verändert. Die Marienapotheke hebt sich angenehm vom derzeitigen Trend ab, bei der architektonischen Gestaltung auf unterkühlte Modernität zu setzen. Vielmehr kann man hier auch hinter die Kulissen blicken – dabei zusehen, wenn Salben gerührt und Tinkturen gemischt werden. In Zeiten, wo die Heilkräuterkunde weitestgehend aus dem Allgemeinwissen verschwunden ist, entdecken viele Menschen den Wert des Wissens früherer Generationen und anderer Kulturkreise.

Um größtmögliche Transparenz und Einblicke zu ermöglichen, wird auf Schaufensterdekoration im herkömmlichen Sinn völlig verzichtet. Stattdessen gibt es einen großen Infoscreen, der variabel über aktuelle Themen informiert. Kommuniziert wird auf übergeordneter Ebene auch über die ausgewählten Materialien. Naturholz, Stein, Leinen und Corian sorgen für eine angenehm zurückhaltende Formensprache und dezente Farbigkeit. So wird eine Brücke geschaffen zwischen hygienischer Reinheit und wohltuender Natürlichkeit.

Mit unserem Know-how für CI, Branding und der Erweiterung auf eine architektonische Sprache ist es gelungen, genau jene Atmosphäre zu schaffen, die das Ziel der Auftraggeber war. 

„Wir bekommen wirklich viel positives Feedback. Manchmal merkt man es nur ganz subtil – wie die Menschen schauen, wie sie Details wahrnehmen und Dinge spüren, die man oft gar nicht benennen kann. Für uns ist die Umgestaltung in Zusammenarbeit mit d.signwerk insgesamt äußerst gelungen.“

Gabriele Stindl, Marienapotheke

Apotheken-Umbau

Weitblick

Zwischen Denken und Handeln liegt oft ein weiter Weg. In der Zusammenarbeit mit der Marienapotheke war dieser Weg vom ersten Moment an definiert durch Offenheit, Konstruktivität und maximale Übereinstimmung.


Interview Gabriele und Wolfgang Stindl
Inhaber Marienapotheke





Die Marienapotheke hat ein ganz besonderes Raumkonzept. Welche Rolle spielt Design für Sie im beruflichen Umfeld? 
Wolfgang Stindl: Im Apothekenbau hatte Design bis jetzt keinen besonderen Stellenwert. Eine Apotheke wird normalerweise so geplant, dass man einen Apothekenausstatter, also eine Tischlerei, beauftragt, und die entwickeln dann ein Gesamtkonzept, das sich häufig an verkaufsstrategischen Argumenten, wie zum Beispiel Regallaufmeterzahlen und Ähnlichem, orientiert. Es gibt nur eine begrenzte Zahl von Anbietern, und was meine Frau und ich in den letzten Jahren bemerkt haben, war, dass dadurch viele Apotheken ähnlich aussehen. Wir hatten aber etwas Besonderes vor Augen. Auf der Suche nach jemandem, der für unsere Eigenprodukte eine neue Verpackung gestalten kann, sind wird zu d.signwerk gekommen. Im Laufe des Erstgesprächs mit Herrn Peter Schmid hat sich herausgestellt, dass d.signwerk auch bei Fragen der Raumgestaltung und Innenarchitektur berät. 
Gabriele Stindl: Bis jetzt hatte ich noch in keiner Apotheke mit Design zu tun. Es waren mir aber immer schon Dinge wichtig, mit denen ich mich wohlfühle, die eine besondere Atmosphäre vermitteln. Am Arbeitsplatz hab ich das bis jetzt vermisst. Im Zuge der Neugestaltung unserer Apotheke und in den zahlreichen Gesprächen mit Peter Schmid haben wir uns intensiver mit klassischem und modernem Möbeldesign auseinandergesetzt und begonnen, genauer hinzuschauen. Es war uns wichtig zu definieren, welche Stimmung wir erreichen wollen und welcher Effekt uns gefällt. 

… Peter Schmid hat Sie also inspiriert? 
Wolfgang Stindl: Es war eine große Freude und sehr inspirierend, miteinander zu arbeiten. Ich habe selten jemanden getroffen, der so individuell auf seine Kunden eingeht und merkt, was die jeweiligen Partner wollen. Aus gemeinsamen Gesprächen und Diskussionen haben sich seine Vorschläge ergeben. Wir haben ein Konzept entwickelt, das voll und ganz zu unserer Apotheke und unserer Persönlichkeit passt. 

Wann hat die Zusammenarbeit begonnen? 
Wolfgang Stindl: Als ich die Marienapotheke übernommen habe, war die gesamte Einrichtung bereits 30 Jahre alt. Wir hatten Handlungsbedarf und wollten so rasch wie möglich umbauen. Nach unseren ersten Gesprächen mit d.signwerk haben wir uns für etwas mehr Planungszeit entschieden. Dadurch war eine schöne Entwicklung möglich. 
Gabriele Stindl: Im Sommer 2012 haben wir Herrn Schmid kennengelernt und damit hat unsere Entwicklungsreise begonnen. In der ersten Kennenlernphase haben wir erklärt, wie wir arbeiten und was unsere Schwerpunkte sind, wie die Abläufe in der Apotheke sind. Sowohl in der Planungszeit als auch in der Umbauphase waren wir in ständigem Kontakt mit Herrn Schmid. 

Warum muss eine Apotheke eigentlich schön sein?
Wolfgang Stindl: Im Moment gibt es eigentlich zwei Sorten von Apotheken: solche, deren Einrichtung schon sehr alt ist, die vielleicht schon vor 100 Jahren eingerichtet worden sind und die noch sehr gut die Atmosphäre einer Apotheke vermitteln. Daneben gibt es die modernen Apotheken, die vielleicht mit einem Farbkonzept arbeiten, aber oft wenig individuell erscheinen. Für uns ging und geht es in erster Linie darum, dass sich unsere Kunden und unsere Mitarbeiter wohlfühlen sollen, und das wollten wir durch ein gutes Raumgefühl erreichen. Das Schöne ist, dass unsere Kunden die positive Veränderung nicht nur bemerken, sie sprechen uns auch darauf an. Viele Kunden sagen uns: „Das ist toll!“, oder: „Das ist schön, hier fühl’ ich mich wohl.“ 
Gabriele Stindl: Wir bekommen wirklich viel positives Feedback. Natürlich gab es eine erste Welle, direkt nach dem Umbau, wo uns besonders viele Kunden angesprochen haben. Aber man merkt auch jetzt immer wieder, wie die Menschen Details wahrnehmen oder sich an bestimmten Dingen erfreuen. 

Erinnern Sie sich an besondere Momente der Zusammenarbeit vor und während des Umbaus? 
Gabriele Stindl: Da fällt mir gleich das erste Telefonat mit Peter Schmid ein. Ich hatte ziemlich bald das Gefühl, dass die Chemie stimmen würde. Beim ersten Kennenlernen waren wir sehr überrascht, wie viel Peter Schmid über Apotheken wusste. Er war sehr gut vorbereitet und es hat nicht danach geklungen, als hätte er eine Assistentin mit der Recherche beauftragt. Viele seiner Überlegungen entsprachen unseren Diskussionsansätzen für unsere Zukunft. 

Worauf legen Sie in Ihrer Apotheke den größten Wert? 
Gabriele Stindl: Wir wollen dem Kunden mehr bieten als reine Rezeptabgabe. Wir verstehen uns als Anlaufstelle, wenn jemand Information zu seinen Medikamenten braucht, alternative Behandlungskonzepte ausprobieren möchte oder etwas zur Prävention sucht. Dazu haben wir sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und fördern Fort- und Weiterbildungen. Da wir viele Stammkunden betreuen, sind wir eine Anlaufstelle für kleinere und größere Sorgen. 
Wolfgang Stindl: Unsere Kunden sind uns wichtig, besonders freuen wir uns, wenn individuelle Therapiekonzepte gewünscht werden. Wir setzen ganz bewusst auf unser traditionelles Handwerk als Apotheker, das in den letzten 50 Jahren durch Fertigpräparate immer mehr verdrängt wurde. Bei uns gibt es Handarbeit, weil wir immer wieder bemerken, dass zum Beispiel selbst gemachte Pflanzenauszüge eine bessere Qualität erreichen. Wir beginnen mit sehr hochwertigen Grundstoffen und jeder Arbeitsschritt erfolgt in der Apotheke. Wir stellen inzwischen wieder sehr viele Arzneien selbst her ... 
Gabriele Stindl: … und das bringt uns viele Kunden, die genau das schätzen. Seit dem Umbau sieht man auch von außen, wie wir arbeiten. Durch ein Fenster kann jeder einen Blick in unsere Produktion werfen. Es war uns ein großes Anliegen zu zeigen, wie es im hinteren Bereich einer Apotheke aussieht und was dort vor sich geht.